StVo? Nöööööö (Vorsicht bissig)

Wer neu nach Berlin zieht oder als Tourist mit dem PKW nach Berlin kommt, den erfasst bereits nach kurzer Zeit das blanke Entsetzen angesichts der Fahrweise die in dieser Stadt herrscht.

Ich selbst, die bereits in Städten wie Köln, Hannover oder auch Mannheim mit dem Auto unterwegs war und sogar absolut angstfrei quer durch die Republik gefahren ist – ja ich hatte oft regelrechte Angst. Was hier herrscht ist kein Verkehr sondern Krieg! :was: Meine Angst hat sich zum Glück gelegt, seit ich mein eigenes Auto habe und ich jedenfalls keine Sorge haben muss Schatzis Auto zu demolieren.

Man könnte fast denken, dass die Berliner Autofahrer bei der Übergabe des neu erworbenen Führerscheines automatisch ein Löschprogramm in ihrem Kopf aktivieren, sobald man sie ohne Fahrlehrer auf die Straße lässt.

Nun gut, ich will nicht zu hart ins Gericht gehen, denn es gibt sie mit Sicherheit auch – die berühmten Ausnahmen. Aber im Allgemeinem muss man einfach sagen, dass die Fahrweise hier äußerst agressiv ist. Hält man Sicherheitsabstand, kann man seinen Hintern darauf verwetten, dass ein anderer Autofahrer dieses irrtümlich für eine Lücke -einzig für ihn freigehalten versteht sich – hält. Es wird gedrängelt, gequetscht und blinken wird in der Regel meist völlig überbewertet. :oehm:

Zu einem richtigen Kriegsschauplatz wird die Karl-Marx-Str. in Neukölln – hier ist das einzig verbliebende von der StVO, das stehen bleiben an einer roten Ampel. Alles andere ist hier völlig außer Kraft gesetzt. Jeder von uns kennt die Videos aus einigen Ländern, wo alles so fährt wie es ihm/ ihr gefällt und das gilt auch für diesen Bereich von Berlin. Um hier nicht in Angstzuständen zu verfallen, kann man wirklich nur eines tun: Tief durchatmen und konsequent an die StVO halten um im Falle eines Unfalls auf jeden Fall als unschuldig dazustehen. :jaja:

Leider ist das oft leichter gesagt als getan und so steigt mein „Fluch-Pegel“ regelmäßig auf ein Höchstmaß an. Wer also mit schwachen Nerven ausgerüstet ist und sich mit einem Auto in diese Gegend „verirrt“, dem kann ich einfach nur empfehlen in die nächste Seitenstraße auszuweichen und einen Umweg in Kauf zu nehmen.

Richtig in Panik geraten solltet ihr allerdings, wenn ihr einen TF-ler seht. Zuvor möchte ich mich bei den TF-lern entschuldigen, die ich jetzt hier zu unrecht verunglimpfe, aber sollte es wirklich welche geben die Autofahren können, dann waren solche Exemplare jedenfalls noch nie in der Berliner City unterwegs :lala:

Um die Gefahr, die von TF-ler ausgeht besser zu verstehen, beschreibe ich jetzt der Reihe nach die beiden „Typen“ dieses mir bekannten Autofahrers:

Typ 1:

Morgens 7 Uhr an einem Wochentag – ich muss ca. 500 Meter über eine vierspurige Straße auf der Tempo 50 erlaubt ist und wo ich nach diesen 500 Metern links abbiegen muss. Somit fahre ich mit Tempo 55 ganz links, da ich von diesem „rumgehopse“ über verschiedene Spuren nichts halte. Hinter mir kommt ein besagtes Exemplar angerauscht und verpasst mir eine tolle Lichtershow, um dann mit festgeklemmter Hupe rechts mit ca. 80 Sachen an mir vorbei zu rauschen. An der nächsten Ampel habe ich mich dann lächelnd und freundlich winkend bei ihm für diese tolle Show-Einlage bedankt – ich bin ja schließlich gut erzogen :lol:

Typ 2:

Um dieses Verhalten zu verstehen muss ich kurz mal etwas weiter ausholen: Der Berliner als solches ignoriert gerne rote Ampeln, wenn er zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist – auch für sie gilt hier keine StVO und Kinder in der Nähe sind ihnen auch völlig schnuppe. Nun ist es ja so, dass wenn einer meint, er müsse die Ampel 100 Meter weiter nicht oder bei rot nutzen, ich meinen Fuß vom Gaspedal nicht weg bewege – da bin ich stur drin! :poeh: und ich muss zugeben, ich finde es irgendwie auch witzig, wie die Fußgänger ganz schnell zurück rennen, wenn sie merken, dass ich keine Vollbremsung für sie hinlege 8-)

Der TF-ler Typ 2 ist in diesem Punkt das totale Gegenteil. Er bremst nicht nur, sondern tut dieses auch schon vorsorglich, wenn er ca. 200 Meter vor sich einen Fußgänger am Bordstein stehen sieht – was auf dem Ku-Damm so alle 300 Meter der Fall ist. So lautet hier die Fahrweise: 100 Meter fahren, Vollbremsung, laaaaaaangsames weiterfahren – wieder 100 Meter normal fahren, Vollbremsung, laaaaaangsam weiter fahren. Hinter so einem TF-ler zu fahren erfordert somit auch ein wenig Gelassenheit und genügend Sicherheitsabstand – wegen der Vollbremsungen versteht sich. :ironie:

Fazit: Wer eh schon ein eher „ängstlicher“ Fahrer ist, der sollte auf ein Auto in Berlin verzichten – auch auf ein Taxi, denn da braucht man noch bessere Nerven :groehl:

4 Gedanken zu „StVo? Nöööööö (Vorsicht bissig)&8220;

  1. Ich habe schon gesehen, dass du dein Blog-Cafe wieder eröffnest hast… :-)

    Ja… Berlin… wie das heute ausschaut hast du ja beschrieben.
    Als ich da war, war Berin noch „Frontstadt“. D. h. die DDR gab es noch.
    Ich war noch jung und hätte mir sowie keinen hochwertigen PKW kaufen können. Deswegen hatte ich eine alte Opel-Möhre. Damals natürlich war das Modell nicht ganz so alt wie heute. :-)
    Mit dem war ich in Berlin unterwegs: Hauptsächlich in den „ärmeren“ Viertel wie z. B. Kreuzberg. Aber da mußte ich ja von meinem Wohnort auch erst hinkommen.
    Vielleicht liegt es daran, dass ich damals noch jung war oder vielleicht war damals der Verkehr noch weniger weniger schnell.
    Hier mal ein Bild von meinem damaligen Modell: http://auto.loehne.biz/?p=4

  2. Ich habe meinen Führerschein in einer Kleinstadt gemacht und war geschockt, als ich das erste Mal in Hamburg fahren musste *g* Nachdem ich 12 Jahre dort gelebt habe, habe ich mich natürlich an die dortige Fahrweise angepasst gehabt. Dann verschlug es mich nach GÖ! Hilfe! Das Ganze also wieder zurück und „schnarchig“ fahren. Hier haben eh die Fahrradfahrer die eingebaute Vorfahrt.
    Schlimm ist auch München. Aber ich denke, jede Großstadt hat so ihre Eigenarten ;-)
    Hauptsache, man überlebt *g*

    1. Ich komme ja auch vom Land und hab auch von dort meinen Führerschein – aber so entsetzt wie Berlin hat mich keine Stadt was den Straßenverkehr angeht. Köln hat mich in den Wahnsinn getrieben, weil man oft nicht links abbiegen darf und große Kurven in Kauf nehmen muss – aber die Autofahrer selbst waren regelrecht human im Vergleich zu hier :lol:

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