Chaos-Blog

Die Welt ist bunt…

„Ene, Mene, Meck…..

| Keine Kommentare

….deine Meinung interessiert einen Dreck“

Ungefähr so könnte man beschreiben, wie sich der Umgangston innerhalb des Internets verändert hat. Gab es zunächst noch öfters sachliche Diskusionen zu bestimmten Themen, wird es in bestimmten Bereichen immer weniger. Statt dessen wurde die Welt schwarz-weiß und jeder schreit mit Vorliebe „Meinungsfreiheit“. *heul-schluchz*

Die Frage ist aber doch, was ist überhaupt Meinungsfreiheit? Persönliche Beleidigungen jedenfalls nicht. Wenn man eine Meinung hat und diese Vertritt, dann ist das ok. Aber wer kann denn über einen Menschen urteilen nur anhand von ein paar Kommentaren? Wie leicht sind eben jene Kommentare falsch zu verstehen, wenn der Schreiber nicht weiß, wie er sich bzw. seine Gedanken „politisch korrekt“ und für alle verständlich formulieren kann.

Jeder kennt es doch aus seinem Alltag – man sagt etwas und das Gegenüber versteht aber was anderes. Kommunikation beginnt oft mit einem Missverständnis, sagte mal ein Dozent zu uns und das ist so. Also warum kann man nicht nachfragen? Gut, es gibt Fälle, wo man sich das Nachfragen auch wirklich sparen kann, aber selbst wenn man die Meinung eines anderen nicht gut findet, muss man denn dann gleich persönlich werden?

Wie wäre es statt mit „du linksversifftes Antifa-Schwein“ oder „braunes Dreckspack“ mal mit „Ok, ich finde deine Ansicht nicht gut, aber erklär mir doch mal, warum du so denkst?“

Warum kann man sich nicht für sozial Benachteiligte einsetzen, ohne gleich „Linksverbogen“ zu sein? Oder warum darf man die Flüchtlingspolitik nicht kritisieren ohne gleich unterstellt zu bekommen ein „A*F*D-Wähler “ zu sein?

Die Welt ist nicht nur aufgeteilt in zwei Lager, Menschen sind vielschichtiger und komplexer. Anscheinend gerät das aber immer mehr in den Hintergrund. Es wird gleich gepöbelt, beschimpft und in Schubladen gesteckt. Okay, das ist nicht wirklich neu, es wird halt nur immer deutlicher dank der Anonymität des Internets.

Haben sich die Stammtischbrüller früher noch zurückgehalten, um eine Kneipenschlägerei zu vermeiden, so kann man nun munter fröhlich all seinen Schwachsinn im Netz anonym von sich geben.

Zugegeben, manchmal ist es wirklich schwer sich zurück zu halten. Da versucht man etwas zu erklären und man merkt deutlich, dass der andere einfach nicht versteht oder verstehen will, bis man irgendwann entnervt aufgibt, weil man keine Lust mehr hat sich ständig zu wiederholen. Geht mir auch oft genug so.

Beispiel jetzt mein Löschen von FB – ich weiß nicht, wie oft ich da gesagt habe, dass ich WEIß das meine Daten auch so ständig im Internet gesammelt werden und dass das für mich auch okay ist. Trotzdem wurde ich mehrfach darauf hingewiesen, dass meine Daten auch so im Internet gesammelt werden. Ähm….ja…..

Da ist es nicht immer einfach, nicht zickig oder sarkastisch zu werden. Aber deswegen würde ich niemanden beschimpfen oder persönlich beleidigen. Warum auch? Entweder hatte ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt (was bei mir durchaus vorkommt), oder aber, es wurde wirklich „überlesen“.

Womit wir auch bei einem weiteren Punkt sind:

Wie wäre es denn mal, wenn man einfach die Meinung des anderen akzeptiert? Man muss sie nicht gutheißen, aber man kann akzeptieren, dass der andere aktuell so denkt. Erst Recht, wenn man merkt, dass der Mensch zu dem Zeitpunkt nicht offen ist für Gegenargumente. Warum versucht man ständig anderen seine Meinung aufzuzwingen? Wer sagt denn, dass die eigene Meinung die wirklich richtige ist? Im Laufe meines Lebens bin ich schon öfters eines besseren belehrt worden und habe meine eigene Meinung überdacht. Sowas nennt man „persönliche Entwicklung“ und das sollte man auch jedem zugestehen. Dazu habe ich mal ein schönes Zitat von Konrad Adenauer gelesen:

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich weiser zu werden

in diesem Sinne……..

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